Gene Middleton – No One To Love You

28. März 2009

Gene Middleton kommt aus dem sonnigen Florida und vielleicht ist er deshalb ein Meister des Wohlfühl-Sounds. Ich habe neulich „No One To Love You“ einem ziemlich miesen Pubklikum (Vollgedrogte Electro-Flachzangen) vorgespielt und plötzlich war auf den blutleeren Zombie-Gesichtern der Anflug eines Lächelns erkennbar und einige haben auf ihrem Weg zum Pudern sogar ein Tänzchen eingelegt.

„Don’t Let The Green Grass Fool You/No One To Love You“ ist zuerst auf Funk Factory erschienen, aber auch die Andee-Pressung ist inzwischen schon recht schwer zu bekommen. Mit ein wenig Glück ist sie aber noch durchaus erschwinglich. Noch, denn beim Googeln habe ich festgestellt, dass die Scheibe immer begehrter wird.

Offenbar handelt es sich auch um Middletons letzte Aufnahme, denn in der einzigen Discography, die ich finden konnte, ist hier schon das Ende der kurzen Fahnenstange. Davor hat Middleton 1965 mit The Rare Breed, die auch mit Linda Lyndell gearbeitet haben, auf Soul Town „A Man Will Do Anything/You Can Get It Now“ aufgenommen, der nur noch „You Need Love/Stop Where You Are“ (D&B 1967), „When A Boy Becomes A Man/You Need Love“ (D&B 1967) und „Don’t Let The Green Grass Fool You/ No One To Love You“ (197?) folgten.

So, genug geschrieben. Jetzt anklicken, zuhören, wohlfühlen.

Wede

gene_01Gene Middleton – No One To Love You

gene_02Gene Middleton – Don’t Let The Green Grass Fool You


Eddie Bo ist tot

23. März 2009

Einer der ganz Großen ist tot: Wie seine Managerin am Freitag bekannt gab, erlag Eddie Bo im Alter von 79 Jahren am vergangenen Mittwoch einem Herzinfarkt.

eddie1Eddie Bo – The Hook And Ling


Ernest Thomas – Soul Time

22. März 2009

Die 45er von Ernest Thomas ist ein großartiges Beispiel für unbekannte Soul-Helden aus Louisiana, weshalb „Soul Time“ auch auf dem feinen Sampler Southern Funkin‘ – Louisiana Funk and Soul 1967-1979 auftaucht. Der Song ist so cool wie Bourbon On The Rocks und Ernest klingt auch so, als ob er ein Gläschen Hochprozentiges zu schätzen weiß. Auch die Flip „Daddy Juicy“ ist großartig und der Titel sagt einfach alles …

Ein würdiger Beitrag für einen verkaterten Sonntag.

Cheers!

Wede

ernest_01Ernest Thomas – Soul Time

ernest_02Ernest Thomas – Daddy Juicy


The Eddy Jacobs Exchange – Pull My Coat

13. März 2009

Eigentlich dachte ich, es sei Pipifax, etwas über The Eddy Jacobs Exchange zu schreiben. Ist schließlich ein Klassiker, der erst auf einem großen Label und dann auch noch bei Jazzman erschienen ist. Pustekuchen. Vielleicht sehe ich ja den Baum vor lauter Bäumen nicht, aber ich habe nichts zu bieten – außer der Platte. Und weil ich sie schon eingescannt habe, kann ich sie auch gleich posten.

Wede

eddyThe Eddy Jacobs Exchange – Pull My Coat


Linda Lyndell – What A Man

13. März 2009

Heute stelle ich eine Sängerin vor, die unfreiwillig zum One-Hit-Wonder wurde: Linda Lyndell.

Linda wuchs in Gainsville (Florida) auf und sang in örtlichen Gospelchören mit. Sie war so gut, dass sie schon als Teenager mit lokalen R&B-Größen auftrat. Später sang Linda sogar mit James Brown und Ike & Tina Turner.

Über den DJ und Produzenten Dave Crawford lernte sie Otis Redding kennen. Der Superstar empfahl die Sängerin den Stax-Produzenten Issac Hayes und David Porter, die mit ihr die Debut-Single „Bring Your Love Back To Me“/“Here Am I“ auf dem Stax-Unterlabel Volt aufnahmen. Die Platte kam kurz nach Otis‘ Flugzeugabsturz im Dezember 1967 raus, wurde aber kein Erfolg. Erst viel später sorgte sie in der Northern-Soul-Szene für Furore.

Im folgenden Frühjahr nahm Linda mit Dave Crawford und der Hausband von Stax „What A Man“/“I Don’t Know“ auf. Und diesmal hatte sie Erfolg: In kurzer Zeit erreichte der Song die Top-50 der Billboard-Charts.

Durch den Erfolg wurde aber auch eine Tatsache bekannt, die aus heutiger Sicht geradezu lächerlich erscheint, aber Linda letztendlich die Karriere kostete: Sie ist blond und blauäugig. Eine weiße Frau, die Negermusik singt! Der Ku Klux Klan und andere rassistische Sickergruben brodelten vor Wut. Sie riefen zur Hatz auf die Sängerin auf. Die Verfolgungen müssen so massiv gewesen sein, dass Linda schließlich aufgab und nach Gainsville zurückkehrte, um ein „normales“ Leben zu führen.

Den Riesenerfolg der Salt-N-Pepa-Version von „What A Man“ im Jahr 1993 bekam Linda erst mit, als der erste fette Tantiemen-Scheck ins Haus flatterte. Späte Genugtuung fand sie, als sie im Jahr 2003 bei der Eröffnung des Stax-Museum in Memphis zum ersten Mal live auf der Bühne „What A Man“ sang. Ich wette, auch sie hat sich über Obamas Triumph gefreut.

Wede

Linda LyndellLinda Lyndell – What A Man

linda_21Linda Lyndell – I Don’t Know

llyndell


Sir Wede@Tour De Funk

7. März 2009

Am 14. März bin ich zu Gast bei Steven Inch im Privatclub. Ich freu mich schon drauf und hoffe, dass der Laden richtig voll wird.

Wede

14. März im Privatclub


Marie „Queenie“ Lyons – See And Don’t See

6. März 2009

Als ich kürzlich für den Beitrag über „Drown In My Own Tears“ von Little „Queenie“ Lyons recherchiert habe, bin ich zufällig auf die andere Singleauskopplung von „Soul Fever“ gestoßen, die in den Niederlanden vom Rest der Welt unbemerkt angeboten wurde: See „And Don’t See“/“Daddy’s House“.

Heute war der kleine Schatz in meinem Briefkasten. Und weil „See And Don’t See“ mir einen echt beschissenen Tag gerettet hat, habe ich die Platte gleich auf mein Blog gepackt. Mit „Your Key Don’t Fit It Anymore/Fever“ ist das Kleeblatt damit komplett.

Wede

queenie_01Marie „Queenie“ Lyons – See And Don’t See

queenie_02Marie „Queenie“ Lyons – Daddy’s House

feverMarie „Queenie“ Lyons – Fever

fever_02Marie „Queenie“ Lyons – Your Key Don’t Fit It Anymore


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