Kitty Montgomery – Hey Boy

28. September 2009

Da ich überhaupt keine Zeit habe, weil ich noch das Plakat für das nächste SOUL CENTRAL am 9. Oktober machen muss, stelle ich Euch heute ohne viel Geschreibe eine Platte vor. „Hey Boy“ von Kitty Montgomery ist ein großartiges Stück Funk, das völlig unterbewertet ist. Mit etwas Glück könnt Ihr sie bei Ebay für 20 Dollar oder weniger schießen. Man sieht/hört also mal wieder: Der Preis sagt nicht viel über die Qualität einer Scheibe aus. Viel Spaß damit.

Wede

Kitty_01Kitty Montgomery – Hey Boy

Kitty_02Kitty Montgomery – Bring Love

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Mama Soul@Mama Berlin

23. September 2009

Am 26.09. gehen Karel Duba und ich wieder in den schnuckligen Keller-Club Mama Berlin. Auch diesmal gibt’s bei MAMA SOUL wieder feinste 45er mit rarem Soul, Funk, R&B und Ska zu hören.

Ich hoffe, wir sehen uns.

Wede

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Sugarpie Desanto – A Little Taste Of Soul

20. September 2009

Sugarpie Desanto wurde als Umpeylia Marsema Balinton am 16. Oktober 1935 in Brookly, New York City geboren. Entdeckt wurde sie – wie einige andere R&B-Größen – von Johnny Otis bei einer Talentshow. 1955 engagierte er sie für seine Revue und gab ihr den Künstlernamen „Little Miss Sugar Pie“. Zu „Sugar Pie DeSanto“ machte sie erst einige Jahre später der Oaklander DJ Don Barksdale.

Sie wurde schnell zu einem der angesagtesten Künstlern in den R&B- und Soul-Tempeln der USA. Alleine im New Yorker Apollo Theater stand sie mehr als 20 Mal auf der Bühne. Dort entdeckte sie auch James Brown. 1959 ging sie mit ihm zwei Jahre als Opening Act auf Tournee. 1959 hatte sie mit „I Want To Know“ (Veltone), das Platz 3 der Billboard-Charts erreichte, auch ihren größten Hit. Chess Records wurde dadurch auf sie aufmerksam und nahm sie unter Vertrag.

Bei Chess erkannte man durchaus Sugar Pies Qualitäten als Sängerin und Komponistin, ließ sie aber in Folge hauptsächlich Songs für andere Chess-Künstler schreiben, die schon länger bei dem Label unter Vertrag waren und deren Erfolg nicht durch eine neue Konkurrentin gefährdet werden sollte. Die bekannteste dieser Künstlerinnen ist Etta James – Sugar Pies jüngere Cousine.

Während Fontella Bass, Billy Stewart, Little Milton, Bobby McClure, Minnie Riperton, Jesse James, The Dells, The Whispers und Etta James bei Chess von Sugar Pies großem Talent als Songwriterin profitierten, musste sie selbst auf Checker Records ausweichen, um 1961 ihr erstes Album herauszubringen: „Sugar Pie“.

Sugar Pie DeSanto war immer eine Künstlerin, die live vor Publikum auftreten wollte. Und das tut sie immer noch, wie man auf ihrer offiziellen Seite bei Jasman Records lesen, sehen und hören kann. Die Frau, die wenn möglich immer barfuß auf der Bühne steht, ist mit ihren fast 74 Jahren noch topfit und nach wie vor eine echte „Rampensau“.

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Heutzutage hört man auf Soul- und R&B-Partys meistens „In The Basement“, das sie mit ihrer Cousine Etta James aufgenommen hat, oder „Go Go Power“. Ich möchte Euch eine etwas seltenere Scheibe vorstellen, die sie 1962 auf Gedinson’s herausgebracht hat: „A Little Taste Of Soul/Strange Feeling“. Hier wird ihr Namen übrigens etwas anders geschrieben: „Sugarpie Desanto“. Und auch sonst ist die 45er etwas anders als das, was die meisten von ihr kennen. Viel Spaß damit.

Wede

Sugarpie_01Sugarpie Desanto – A Little Taste Of Soul

Sugarpie_02Sugarpie Desanto – Strange Feeling


Wir Sind Soul Berlin – End Of The Summer

16. September 2009

Hallo,

der September beschert uns nochmal ein schönes Wochenende, geradezu perfekt für die letzte Ausgabe in diesem Jahr von „Wir sind Soul“. Neben den üblichen Verdächtigen haben wir dieses Mal ein paar neue Gesichter. Zum einen die „Tough Guys“, die regelmäßig das Lucia bespielen und einige fette 45’s mitbringen werden. Von Deep Funk, über 60’s RnB, bis hin zu Latin Soul haben sie alles im Gepäck, ein echter Geheimtip. Zum anderen Gesa Simons, die in München sieben Jahre Resident-Djane im Atomic Cafe war und zudem im engen Umfeld von Florian Kellers „Into Something“-Parties gearbeitet hat. Als Co-Moderatorin der Timetunnel Show hat sie zudem auch Radioerfahrung. 2008 hat es sie nach Berlin gezogen und jetzt macht sie hier die Clubs unsicher. Rock’n’Roll!!!

Steven Inch [Soulkombinat]
Johnny Hitman [Soulkombinat]
Sabrina Golian [Soulkombinat]
Sir Wede [Soul Garage]
Tough Guys [Funkschnüffler]
Gesa Simons [Ex Timetunnel]

Bei Facebook reinschauen. Fotos bei Flickr. Ein Livemitschnitt von einer vergangenen Veranstaltung.

22:00 Uhr Clubnacht, 5 Euro, Kiki Blofeld, Köpenicker Str. links von Nr. 48/49 gerade durch, U 8 Heinrich Heine Str., S Ostbhf., Spreekm 19 linkes Ufer

Hoffe, wir sehen uns!

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ACE Spectrum – Don’t Send Nobody Else

14. September 2009

ACE Spectrum haben von 1974 bis 76 immerhin drei Alben herausgebracht. Der einzige Hit von Henry „Red“ Zant, Aubrey „Troy“ Johnson, Elliot Isaac, and Rudy Gay war „Don’t Send Me Nobody Else“ von ihrer Debüt-LP „Inner Spectrum“. Der Gute-Laune-Song erreichte Platz 20 der R&B-Charts.

ACEACE Spectrum – Don’t Send Nobody Else


SOUL CENTRAL im September

9. September 2009

Am 11. September startet SOUL CENTRAL mit einem fetten Line-up aus der Sommerpause. Top-Gaststar ist diesmal Dynamic Don, der zusammen mit Kristian Auth Berlins derzeit angesagteste Soulparty „At The Soul Inn“ im Lido betreibt. Don steht zusammen mit Wede (Soul Garage) im First Floor an den Plattentellern. Die beiden servieren rare Soul- und Funk-Leckerbissen.

Karel Duba (Soul Garage) hat sich gleich zwei Mitstreiter auf den Second Floor geholt: Karels alter Weggefärte Andi Bar von den Soul Allrightern checkt mit seinem Plattenkoffer ein. Und auch Bassy-Resident The Mytch (Beat Patrouille) miycht diesmal wieder mit. Ihre Mission: 60s Wildstyle

Als kleines Leckerli legen Dynamic Don und Wede diesmal auch schön kratzige alte Jamaica-Ska-Scheiben auf.

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Joe Tex – I Wanna Be Free

6. September 2009

Joe Tex hat eine Menge Platten veröffentlicht und ist – wenn auch zu wenig beachtet – einer der bekannteren Soul-Sänger. Er wurde 1933 in Rogers (Texas) geboren und begann seine Karriere 1954 im berühmten Apollo Theater als er dort einen Talentwettbewerb gewann. Seine ersten Veröffentlichungen auf King, Ace und Anna floppten zwar, doch Tex blieb vor allem als Komponist im Geschäft. James Brown landete 1962 mit Joes „Baby You’re Right“ einen Nummer-2-Hit in den R&B-Charts. JB war lange Zeit Joes Buddy. Das änderte sich aber, als James ihm ein Mädchen ausspannte und sich Joe über JBs legendäre Cape-Abgänge lustig machte. Der Streit endete in einer wilden Schießerei, bei der wie durch ein Wunder niemand getötet wurde.

Trompeter Newt Collier erinnert sich: „Joe Tex could imitate anybody he wanted to. You know how James came out with the cape? Joe had one made up out of a raggedy blanket, with holes all in it. You know how James would break down and fall on his knees? Joe fell on his knees, and all of a sudden, he grabbed his back. He had the cape on and got all tangled up in it, and he was fighting to get out, singing, „Please, please, please, get me out of this cape.“ He just made a mockery of James. Here it was, James‘ homecoming show, and James didn’t appreciate this at all. He went out to Club 15 after the show, and Joe Tex was out there. And James took a couple of shotguns, and I think six people got shot. James did most of the shooting, and Joe was running back behind the trees and bushes. So that was the end of the Joe Tex/James Brown revue.“

1961 wurde Joe Tex von Buddy Killen für sein neu gegründetes Label Dial in Nashville unter Vertrag genommen. Es dauerte geschlagene vier Jahre bis Joe mit „Hold What You’ve Got“ endlich der Durchbruch gelang. Mit der Qualität seiner Songs vor 1965 hatte dies sicher nichts zu tun. „I Wanna Be Free/Blood Is Thicker Than Water“ wurde 1963 aufgenommen und ist für mich die beste 45er, die Joe Tex gemacht hat. Weil sie aber floppte, ist sie heutzutage nur noch sehr schwer zu bekommen. Warum meine Kopie noch einigermaßen erschwinglich war, ist am Labelscan der B-Seite zu sehen (Nicht meine erste Scheibe dieser Art. Steven Inch riet mir bereits, mich „DJ Label Damage“ zu nennen).

Tex hatte zwischen 1965 und 1972 noch einige Top-Platzierungen. Nach „I Gotcha“ beschloss er, seine Karriere zu beenden, konvertierte zum Islam, nannte sich Joseph X (später Yusuf Hazziez) und zog als Prediger durchs Land. 1975 startete er ein Comeback, das 1977 mit „Ain’t Gonna Bump No More (With No Big Fat Woman) seinen Höhepunkt hatte. Danach setzte er sich endgültig auf seiner Farm in Texas zur Ruhe. Doch ganz so ruhig war sein Ruhestand dann doch nicht. 1981 ließ er für ein Konzert zusammen mit Wilson Pickett, Don Covay, Solomon Burke und Ben E. King die „Supergruppe“ Soul Clan wiederauferstehen, die 1968 schon mal für zwei Songs zusammengekommen war (damals mit Arthur Conley statt Wilson Pickett). Es war Joes letztes Konzert. Er erlag 1982 im Alter von 49 Jahren einem Herzinfarkt.

Joe_01Joe Tex – I Wana Be Free

Joe_02Joe Tex – Blood Is Thicker Than Water


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