Joe Tex – I Wanna Be Free

Joe Tex hat eine Menge Platten veröffentlicht und ist – wenn auch zu wenig beachtet – einer der bekannteren Soul-Sänger. Er wurde 1933 in Rogers (Texas) geboren und begann seine Karriere 1954 im berühmten Apollo Theater als er dort einen Talentwettbewerb gewann. Seine ersten Veröffentlichungen auf King, Ace und Anna floppten zwar, doch Tex blieb vor allem als Komponist im Geschäft. James Brown landete 1962 mit Joes „Baby You’re Right“ einen Nummer-2-Hit in den R&B-Charts. JB war lange Zeit Joes Buddy. Das änderte sich aber, als James ihm ein Mädchen ausspannte und sich Joe über JBs legendäre Cape-Abgänge lustig machte. Der Streit endete in einer wilden Schießerei, bei der wie durch ein Wunder niemand getötet wurde.

Trompeter Newt Collier erinnert sich: „Joe Tex could imitate anybody he wanted to. You know how James came out with the cape? Joe had one made up out of a raggedy blanket, with holes all in it. You know how James would break down and fall on his knees? Joe fell on his knees, and all of a sudden, he grabbed his back. He had the cape on and got all tangled up in it, and he was fighting to get out, singing, „Please, please, please, get me out of this cape.“ He just made a mockery of James. Here it was, James‘ homecoming show, and James didn’t appreciate this at all. He went out to Club 15 after the show, and Joe Tex was out there. And James took a couple of shotguns, and I think six people got shot. James did most of the shooting, and Joe was running back behind the trees and bushes. So that was the end of the Joe Tex/James Brown revue.“

1961 wurde Joe Tex von Buddy Killen für sein neu gegründetes Label Dial in Nashville unter Vertrag genommen. Es dauerte geschlagene vier Jahre bis Joe mit „Hold What You’ve Got“ endlich der Durchbruch gelang. Mit der Qualität seiner Songs vor 1965 hatte dies sicher nichts zu tun. „I Wanna Be Free/Blood Is Thicker Than Water“ wurde 1963 aufgenommen und ist für mich die beste 45er, die Joe Tex gemacht hat. Weil sie aber floppte, ist sie heutzutage nur noch sehr schwer zu bekommen. Warum meine Kopie noch einigermaßen erschwinglich war, ist am Labelscan der B-Seite zu sehen (Nicht meine erste Scheibe dieser Art. Steven Inch riet mir bereits, mich „DJ Label Damage“ zu nennen).

Tex hatte zwischen 1965 und 1972 noch einige Top-Platzierungen. Nach „I Gotcha“ beschloss er, seine Karriere zu beenden, konvertierte zum Islam, nannte sich Joseph X (später Yusuf Hazziez) und zog als Prediger durchs Land. 1975 startete er ein Comeback, das 1977 mit „Ain’t Gonna Bump No More (With No Big Fat Woman) seinen Höhepunkt hatte. Danach setzte er sich endgültig auf seiner Farm in Texas zur Ruhe. Doch ganz so ruhig war sein Ruhestand dann doch nicht. 1981 ließ er für ein Konzert zusammen mit Wilson Pickett, Don Covay, Solomon Burke und Ben E. King die „Supergruppe“ Soul Clan wiederauferstehen, die 1968 schon mal für zwei Songs zusammengekommen war (damals mit Arthur Conley statt Wilson Pickett). Es war Joes letztes Konzert. Er erlag 1982 im Alter von 49 Jahren einem Herzinfarkt.

Joe_01Joe Tex – I Wana Be Free

Joe_02Joe Tex – Blood Is Thicker Than Water

Eine Antwort zu Joe Tex – I Wanna Be Free

  1. Bertram Berninger sagt:

    Ich stieß auf diesen Song auf einem Tonband Anfang der Siebziger. Die Besitzerin des Bandes wusste aber nicht, von wem die Aufnahme war. Jahre später kam mir die Stimme doch sehr bekannt vor, sie klang nach Spooky Tooth Sänger Mike Harrison, aber von Spooky Tooth war der Song nicht. Erst wesentlich später bekam ich heraus, dass er im Jahre 1966 auf der ersten Single der V.I.P.s war (Mike Harrison, voc) war. Es ist eine Coverversion (‚anders‘, aber auch sehr schön, obwohl sie wohl MH nicht so gefallen hat). Übers Internet fand ich heraus, dass der Song eigentlich von Joe Tex ist, nun wieder erhältlich auf ‚First on dial’ (ed. 2009).

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