Martha Carter – Nobody Knows

26. Januar 2011

Eine der wenigen (beiden?) Frauen, die Eddie Bo entdeckt hat, ist Martha Carter (geb. Martha Nelson). Leider hat sie nie die gleiche Beachtung wie Irma Thomas gefunden. Insgesamt hat sie nur vier Singles aufgenommen – drei auf Ron, eine unter ihrem Mädchennamen Nelson auf Ric (beide Labels gehörten Joe Ruffino). „Nobody Knows/I’m Through Crying“ war 1960 ihre erste Ron-Platte. Lokal war sie ein kleiner Erfolg, wurde aber kaum außerhalb von New Orleans gespielt. Die folgenden Scheiben waren nur noch Flops.

Auch heute noch wird Martha Carter wenig beachtet. Mein Glück, denn so bekam ich die Scheibe für’n Appel und’n Ei. Wer ihr Gesamtwerk hören möchte, kann die Compilation „New Orleans Ladies: Rhythm & Blues from the Vaults Of Ric And Ron“ kaufen, auf der neben Martha und Irma Thomas noch Leona Buckles zu hören ist.

Wede

Martha Carter – Nobody Knows
Bookmark and Share


Tommy Ridgley – I Want Some Money Baby

9. Januar 2011

Alle denken nur ans Geld. Schlimm. Vor allem im Januar. Noch schlimmer. Eigentlich sollte man im Januar sein Konto gar nicht überprüfen – gaaanz viele große rote Zahlen und nur ein paar mickrige grüne. Richtig schlimm.

„I Want Some Money Baby“ von Tommy Ridgley passt da doch wie die Faust aufs Auge. Eddie Bo hat das Hammer-Teil geschrieben und der „Creolische Beethoven“ Wardell Quezerge hat es so fein arrangiert und produziert, dass das Stück auf guten Anlagen mächtig Dampf hat und fantastisch klingt.

Wede

Tommy Ridgley – I Want Some Money Baby
Bookmark and Share


Roy Ward – Horse With A Freeze

27. September 2010

Hier mal wieder eine Platte aus dem schier unerschöpflichen Werk des großen Eddie Bo: „Horse With A Freeze“. Ob – wie oft vermutet – Roy Ward niemand anderes als der Meister persönlich unter einem Pseudonym ist, kann ich nicht sagen. Ist mir aber auch schnuppe.

Ich mag das Stück nicht nur, weil es eine herrlich rohe Funk-Nummer ist. Ich finde es auch zum Wiehern komisch. Immer wenn ich „Horse With A Freeze“ höre, stelle ich mir vor, wie Lucky Lukes Gaul Jolly Jumper dazu trabt und in den Pausen so wie die doofe Töle Rantanplan vorsteht.

Wede

Roy Ward – Horse With A Freeze
Bookmark and Share


Sonny Jones – Sissy Walk

23. November 2009

Oh je, schon wiede ’ne Woche rum und ich habe viel zu wenig Zeit, um eine längere Recherche zu machen. Wenn ich nicht ordentlich suche, bekomme ich wieder einenAnpfiff von Steven Inch – der Kerl kann einfach furchtbar pingelig sein. Und er weiß zu viel. Kurzum, weil’s schnell gehen muss, aber die Qualität nicht darunter leiden darf, stelle ich heute mal wieder eine Platte aus dem reichhaltigen Vermächtnis von Eddie Bo vor: „Sissy Walk“ von Sonny Jones.

Ob tatsächlich ein Herr namens Sonny Jones das Stück singt, ob es sich eventuell um „Little“ Sonny Jones“ handelt oder ob Bo persönlich am Mikro war (an der Orgel saß er zweifellos) und ein Pseudonym verwendet hat, ist noch etwas umstritten. Für mich geht die Tendenz aber deutlich in Richtung „Eddie Bo ist Sonny Jones“. Zum einen, weil auf der Funky-Delicacies-Compilation „The Hook And Sling“ Sonny Jones gar nicht mehr erwähnt wird. Zum anderen, weil die Stimme doch sehr nach Mr. Bocage klingt. Ich weiß, einige schreiben, dafür sei die Stimme des Sängers zu hoch. Aber ich denke, dass ein Künstler wie Eddie Bo durchaus dazu in der Lage ist, seinen Gesang an das Stück anzupassen. Und eine etwas damenhaftere Stimmlage erscheint bei einem Stück, das „Sissy Walk“ heißt, durchaus passend.

Wede

Sonny Jones – Sissy Walk

Bookmark and Share


Eddie Lang – Something Within Me

17. Juli 2009

In einigen der wenigen Artikel über Eddie Lang, die ich im Internet gefunden habe, wird er mit dem  Jazz-Gitarristen Eddie Lang verwechselt. „Mein“ Eddie Lang ist aber jemand völlig anderes. Er hieß mit kompletten Namen Eddie Langlois, wurde 1936 in New Orleans geboren († 1985)  und wuchs zusammen mit Eddie Bo und Jessie Hill im Viertel Ninth Ward auf. Seine Karriere begann 1951 als Gitarrist in Jessie Hills Band The House Rockers. Ungefähr zehn Jahre später nahm er für Joe Banashaks Label Seven B zwei 45er auf, die von Eddie Bo produziert wurden und auf denen Bo auch Piano spielt: „Something Within Me/The Love I Have For You“ und „Souling/The Sad One“.  Beide Scheiben sind Meisterwerke.

Wede

Eddie_01Eddie Lang – Something Within Me

Eddie_02Eddie Lang – The Love I Have For You

Eddie_03Eddie Lang – Souling

Eddie_04Eddie Lang – The Sad One


Eddie Bo ist tot

23. März 2009

Einer der ganz Großen ist tot: Wie seine Managerin am Freitag bekannt gab, erlag Eddie Bo im Alter von 79 Jahren am vergangenen Mittwoch einem Herzinfarkt.

eddie1Eddie Bo – The Hook And Ling


%d Bloggern gefällt das: