The Majorlettes – Too Hot To Hold

6. November 2009

Wie’s der Name schon ahnen lässt, waren die Majorlettes eine Schöpfung von Major Lance. Major hatte 1965 mit „Too Hot To Hold“ seinen größten Hit, nachdem er die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinem Schulfreund und Songwriter  Curtis Mayfield beendet hatte. Der Song kam wie alle seine Erfolge auf Okeh heraus.

Dass die Majorlettes-Version auf Mercury veröffentlicht wurde, macht die Sache etwas verwirrend. Denn Major Lance begann zwar 1959 seine Karriere bei Mercury, wechselte aber schon bald zu Okeh. Danach arbeitete er zwar auch für andere Labels, es ist aber nirgends nachzulesen, dass er nochmal bei Mercury war. Dass die Aufnahme aus seiner Anfangszeit stammt, ist unwahrscheinlich, da nach meinen Informationen Gerald Sims „Too Hot To Hold“ erst 1965 für Lance geschrieben hat. Vom Sound her würde ich die Scheibe auf ca. 1970 schätzen.

Vielleicht sind die Majorlettes ja der Background-Chor, mit dem Lance 1959 bei Mercury zusammenarbeitete und er hat aus alter Freundschaft einen Song mit ihnen produziert. „Too Hot To Hold/There Ain’t Enough Time“ war jedenfalls die einzige Platte, die sie unter diesem Namen herausgebracht haben. Eins haben die Majorlettes aber geschafft: Ihre Version ist besser als das Original von Major Lance – und das will schon etwas heißen.

Wede

Major_01The Majorlettes – Too Hot To Hold

Major_02The Majorlettes – There Ain’t Enough Time


Sunburst – Good For You, Good For Me

2. November 2009

Die heutige 45er ist mal wieder etwas für Leute, die gerne unbekannte Schätze heben. Herausfinden ließ sich über die Scheibe nichts. Von Big Apple Boogie gibt’s anscheinend nur diese Platte. Die Band Sunburst ist offenbar auch nicht erneut in Aktion getreten. Roger Williams ist leider ein Name wie John Smith und macht die Suche nach Infos ebenfalls nicht einfacher. Feststeht, dass „Good For You, Good For Me“ ein abgefahrenes Stück ist. Der Track ist extrem geil arrangiert und bei jedem Anhören entdeckt man etwas Neues. Achtet beispielsweise darauf, was beim Gitarrensolo die Vocals im Hintergrund machen. Weil die 45er nicht besonders teuer ist, für mich ein echter Tipp.

Wede

Sunburst_01Sunburst – Good For You, Good For Me

Sunburst_02Sunburst – Might Be Wonderful


Mama Soul – DIE Soulparty in Berlin-Mitte

30. Oktober 2009

Hallo,

am Samstag legen die Muttersöhnchen Karel Duba und Wede bei MAMA SOUL im Mama Berlin feinste Soul-, Funk-, R&B- und Ska-Scheiben auf die Plattenteller. Losgeht’s um 22 Uhr.

Davor spielen ab 19:30 Uhr Barry Black And The White Temptations.

Kommen! Sonst gibt’s Saures!

Wede

Mama_Soul_Oktober_Web


Dee Dee Warwick – You’re No Good

25. Oktober 2009

Nachdem ich hier bereits Trudy Johnsons unbekannte, aber großartige Coverversion von Clint Ballard Jr.s „You’re No Good“ vorgestellt habe, möchte ich diesmal das Original des Songs präsentieren. Das hat nicht Betty Everett gesungen, wie viele glauben, sondern Dee Dee Warwick (25.9.1945 – 18.10.2008).  Sie nahm den Song 1963 ein paar Monate früher für Jubilee auf. Und auch wenn Everett und später Linda Ronstadt (Nr. 1/Würg) wesentlich erfolgreicher waren, ist Dee Dees Original unschlagbar. Da ist viel mehr Feuer drin, man kann die Wut auf den miesen Typen, auf den sie sich eingelassen hat, richtig hören. Die „Ahas“ der interessierten Mädchenrunde geben dem Song zusätzlich Drive. Und auch die Gitarre und die restliche Instrumentierung sind einfach knackiger. Kein Wunder, produziert wurde „You’re No Good“ von den genialen Jerry Leiber und Mike Stoller.

Dee Dee ist ein weiteres Mitglied der Warwick-Houston-Familie, die so viele himmlische Frauenstimmen hervorgebracht hat, dass man nur staunen kann. Dee Dee ist die jüngere Schwester von Dionne Warwick, mit der sie auch Ende der 50er im Gospel-Trio Gospelaires ihre Karriere begann. Die dritte im Bunde war ihre Tante Cissy Houston, die die Mutter von Whitney Houston.

Auch wenn Dee Dee nicht die Berühmteste ihrer Familie wurde, legte sie eine ganz passable Karriere als Solistin hin und hatte noch einige Hits in den Top 100. Einer davon ist „I’m Gonna Make You Love Me“, der aber ebenfalls als Cover von Diana Ross & the Supremes with The Temptations erfolgreicher war. Ihrer Schwester Dionne neidete sie übrigens nie den Erfolg. Im Gegenteil: Sie arbeitete bis zu ihrem Tod als Background-Sängerin für sie.

Leider ist Whitney Houston nicht die erste in der Familie, die ein heftiges Drogenproblem hat. Auch Dee Dee war abhängig und ruinierte ihre Gesundheit, weshalb sie nur 63 Jahre alt wurde.

Wede

Dee_01Dee Dee Warwick – You’re No Good

Dee_02Dee Dee Warwick – Don’t Call Me Any More


Soul Combination – Soul Combination

18. Oktober 2009

Die Platte, die ich diesmal vorstelle, würde ich ohne meinen Freund Steven Inch gar nicht kennen. Der ist aber Mitglied im Soulkombinat und hat sich die Scheibe mit dem Passt-wie-die-Faust-aufs-Auge-Namen natürlich sofort geschnappt als er die Gelegenheit dazu hatte. So eine Gelegenheit hat man nicht oft, denn „Soul Combination/You Don’t Have To Show me“ ist eine sehr rare 45er. Viel ist über das umwerfend gute Stück nicht bekannt. Steven Inch hat sie auch schon mal präsentiert, konnte aber auch nicht mehr herausfinden als ich.

Höchstwahrscheinlich ist die Platte die einzige, die die New Yorker Band Soul Combination jemals herausgebacht hat. Das Label Involved wurde vermutlich extra dafür ins Leben gerufen, denn im Netz konnte ich keine weitere Involved-Veröffentlichung finden. Das Triangle Studio in der Bronx, wo die Scheibe aufgenommen wurde, existiert noch. Das war’s.

Laut Steven Inch haben die Platte nur er, Mr. Finewine, Ian Wright , Tim Brown – und ich. Eine weitere Kopie muss aber im Umlauf sein, denn kürzlich wurde eine Soul Combination (in wohl mäßigem Zustand) bei Ebay verkauft.

Wer sich nicht auf sein Glück verlassen möchte, dass einer von uns die Scheibe jemals wieder abgibt, kann sich den Sampler The Sound Of Funk Volume Five aus dem Jahr 1994 besorgen. Neben „Soul Combination“ sind auf der LP auch ein paar andere hörenswerte Nummern.

Wede

SC_01Soul Combination – Soul Combination

SC_02Soul Combination – You Don’t Have To Show Me


Eunice & Eddie – Tell Me To My Face

11. Oktober 2009

Ich habe sehr lange versucht, irgendetwas über Eunice & Eddie herauszufinden. Aber außer einer schrägen asiatischen Foto-Love-Story habe ich nur festgestellt, dass die Scheibe ziemlich selten ist, Craig Moerer dafür eine ordentliche Stange Geld sehen will und zumindest „Daddy Please Come Home“ auch als 78er auf Stardust erschienen ist.

„Tell Me To My Face/Daddy Please Come Home“ ist jedenfalls eine besondere R&B-Perle in meinem Plattenkoffer, bei der ich hin- und hergerissen bin, welche Seite mir besser gefällt. Entscheidet selbst.

Wede

Tell-MeEunice & Eddie – Tell Me To My Face

DaddyEunice & Eddie – Daddy Please Come Home


Soul Central im Oktober

8. Oktober 2009

Am 9. Oktober geht wieder SOUL CENTRAL im Lovelite über die Bühne. Karel Duba und Sir Wede legen rare Soul-, Funk, R&B-, und Ska-Scheiben auf. Der zweite Floor wird diesmal nicht bespielt, denn er wird für uns in eine schnuckelige Lounge verwandelt, wo Ihr rauchen, schlürfen (Caipis) und flirten könnt.

Soul_Central_Oktober_Web


Brothers Of Soul – Come On Back

4. Oktober 2009

Brothers Of Soul war eine Gruppe aus Detroit, die aus Fred Bridges, Richard Knight und Robert Eaton bestand. Ihr Markenzeichen war der ausgesprochen schöne Gesang. Knight, der eine helle und klare Stimme hatte, teilte sich die Vocals mit Bridges, der ihn mit seiner rauhen Stimme perfekt ergänzte.

Das Trio begann seine – bescheidene – Karriere 1967 damit, für den Produzenten Ric Williams Songs zu schreiben. Williams hatte u.a. Ruby Andrews unter seinen Fittichen. Die Drei schrieben einige Hits für Ruby und spielten die Songs offenbar auch mit ihr ein. Die Brothers traten zu der Zeit noch als „The Creations“ in Aktion.

Bis 1971 nahmen die Brothers Of Soul einige Singles auf, wobei „I Guess That Don’t Make Me A Loser“ mit Platz 32 in den R&B-Charts ihr größter „Hit“ war. 1971 gaben sie wegen Erfolglosigkeit auf. Aber sie arbeiteten weiter zusammen und waren noch lange Zeit eine begehrte Vocal-Gruppe, die auf vielen Aufnahmen für das Holland-Dozier-Holland-Label Invictus/Hot Wax zu hören ist. 1995 kam auf Collectable eine CD mit den Songs der Brothers heraus: I Guess That Don’t Make Me a Loser.

„Come On Back/The Love I Found In You“ kam auf  Boo heraus, eins der beiden Label – das andere war Zodiac – von Ric Williams.

Brothers_01Brothers Of Soul – Come On Back

Brothers_02Brothers Of Soul – The Love I Found In You


Sir Wede@Roberta Bar

1. Oktober 2009

Am Freitag, den 2. Oktober lege ich in der Roberta Bar Platten auf, die man von mir kennt, aber auch Sachen, die ich sonst nie spielen kann. Ich freu mich schon drauf – zumal ich die Roberta auch ohne Plattenvertrag gerne besuche.

Wede

Roberta_Web


Kitty Montgomery – Hey Boy

28. September 2009

Da ich überhaupt keine Zeit habe, weil ich noch das Plakat für das nächste SOUL CENTRAL am 9. Oktober machen muss, stelle ich Euch heute ohne viel Geschreibe eine Platte vor. „Hey Boy“ von Kitty Montgomery ist ein großartiges Stück Funk, das völlig unterbewertet ist. Mit etwas Glück könnt Ihr sie bei Ebay für 20 Dollar oder weniger schießen. Man sieht/hört also mal wieder: Der Preis sagt nicht viel über die Qualität einer Scheibe aus. Viel Spaß damit.

Wede

Kitty_01Kitty Montgomery – Hey Boy

Kitty_02Kitty Montgomery – Bring Love