6. Dezember 2009
Über The Kats war im Internet so gut wie gar nichts zu finden. Dass die Band in Chicago aktiv war, ist nicht schwer zu erkennen – steht ja fett auf der Platte. Ganz offensichtlich hat das Label E&C auch der Band oder zumindest Mitgliedern gehört. Denn „Under The Covers“ wurde von C. Eaton II geschrieben, der auch mit Cooke die Scheibe auch produzierte. Das wär’s eigentlich schon gewesen. Wenn da nicht auf der A-Seite als Arrangeur ein gewisser Donny Hathaway stehen würde. Dabei könnte es sich nämlich um DEN Donny Hathaway handeln. Der kommt nämlich aus Chicago und hat als Produzent, Songwriter etc. seine Karriere begonnen. Vielleicht hat er sogar mitgespielt – Studiomusiker (Piano, Keyboards) war er schließlich auch. Ich kann’s nicht beweisen, aber ich glaube, dass es so ist.
Die Platte ist so gut, dass ich ganz bewusst beide Tracks in die Überschrift gepackt habe. „Under The Covers“ geht tierisch ab weil Schlagzeug und Bläser richtig die Sau rauslassen. „Wear Me Out“ hat durch den dominanten Bass eine ganz besondere Stimmung und das Orgel-Solo MUSS einfach von Donny Hathaway sein. Viel Spaß damit.
Wede
The Kats – Under The Covers
The Kats – Wear Me Out
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29. November 2009
Die heutige Platte zementiert meinen Ruf als „Mr. Label Damage“. denn das Label von Willi Wootens grandioser 45er „Your Love Is Indescribably Delicious/Do The Train“ ist praktisch völlig zerstört, während das Vinyl (frisch gewaschen – ha, ha) glänzt. Zumindest blieben noch Fragmente übrig, die das Plattenlabel (Virtue), Titel und Interpreten erahnen lassen. Ebenso ist noch zu erkennen, dass es sich um eine DJ-Kopie handelt. Um Euch zu zeigen, wie schön die Virtue-Labels eigentlich sind, habe ich Scans beigefügt, die ich bei einer alten Craig-Moerer-Auktion gefunden habe.
Nun, auch wenn die Scheibe noch ihr ursprünglich zauberhaftes Label tragen würde, könnte ich trotzdem nicht sehr viel mehr schreiben, als dass Willis wohl in oder um Philadelphia gelebt hat, da die Flip – auf der sich Willis übrigens Willis Wooten „Ork“ nennt – auf dem Sampler „The Philly Sound Get Down – Funky Philly Instrumentals“ ist. Aber vielleicht hat ja mal wieder jemand gründlicher als ich gegoogelt und liefert noch ein paar Infos …
Wede
Willis Wooten – Your Love Is Indescribably Delicious
Willis Wooten Ork – Do The Train


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23. November 2009
Oh je, schon wiede ‘ne Woche rum und ich habe viel zu wenig Zeit, um eine längere Recherche zu machen. Wenn ich nicht ordentlich suche, bekomme ich wieder einenAnpfiff von Steven Inch – der Kerl kann einfach furchtbar pingelig sein. Und er weiß zu viel. Kurzum, weil’s schnell gehen muss, aber die Qualität nicht darunter leiden darf, stelle ich heute mal wieder eine Platte aus dem reichhaltigen Vermächtnis von Eddie Bo vor: „Sissy Walk“ von Sonny Jones.
Ob tatsächlich ein Herr namens Sonny Jones das Stück singt, ob es sich eventuell um „Little“ Sonny Jones“ handelt oder ob Bo persönlich am Mikro war (an der Orgel saß er zweifellos) und ein Pseudonym verwendet hat, ist noch etwas umstritten. Für mich geht die Tendenz aber deutlich in Richtung „Eddie Bo ist Sonny Jones“. Zum einen, weil auf der Funky-Delicacies-Compilation „The Hook And Sling“ Sonny Jones gar nicht mehr erwähnt wird. Zum anderen, weil die Stimme doch sehr nach Mr. Bocage klingt. Ich weiß, einige schreiben, dafür sei die Stimme des Sängers zu hoch. Aber ich denke, dass ein Künstler wie Eddie Bo durchaus dazu in der Lage ist, seinen Gesang an das Stück anzupassen. Und eine etwas damenhaftere Stimmlage erscheint bei einem Stück, das „Sissy Walk“ heißt, durchaus passend.
Wede
Sonny Jones – Sissy Walk
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15. November 2009
So weit ich weiß, hat Audrey Royal nur zwei 45er aufgenommen. „Super Sexy Soul Man“ und eine andere, deren Titel ich nicht kenne. Erschienen sind sie auf dem Label Spector Records International (SRI), das nach einigen dürftigen Quellen Phil Spector gehört haben soll. Das ist Blödsinn. Phil Spectors Label hieß nur Spector International und dort erschienen Reissues von Philles-Aufnahmen. SRI war das Label von Michael J. Spector, einem Distributor aus Miami, was ich in einem alten Billboard-Artikel lesen konnte. Mehr weiß ich leider nicht. Über Audrey konnte ich sogar überhaupt nichts herausfinden. Wer also noch Infos über die Platte hat, ist herzlich eingeladen, sie zu posten.
Ansonsten lasst Euch den nassen, grauen und dunklen November durch dieses sonnige Stück Florida-Funk aufhellen.
Wede
Audrey Royal – Super Sexy Soul Man
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15. November 2009
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6. November 2009
Wie’s der Name schon ahnen lässt, waren die Majorlettes eine Schöpfung von Major Lance. Major hatte 1965 mit „Too Hot To Hold“ seinen größten Hit, nachdem er die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinem Schulfreund und Songwriter Curtis Mayfield beendet hatte. Der Song kam wie alle seine Erfolge auf Okeh heraus.
Dass die Majorlettes-Version auf Mercury veröffentlicht wurde, macht die Sache etwas verwirrend. Denn Major Lance begann zwar 1959 seine Karriere bei Mercury, wechselte aber schon bald zu Okeh. Danach arbeitete er zwar auch für andere Labels, es ist aber nirgends nachzulesen, dass er nochmal bei Mercury war. Dass die Aufnahme aus seiner Anfangszeit stammt, ist unwahrscheinlich, da nach meinen Informationen Gerald Sims „Too Hot To Hold“ erst 1965 für Lance geschrieben hat. Vom Sound her würde ich die Scheibe auf ca. 1970 schätzen.
Vielleicht sind die Majorlettes ja der Background-Chor, mit dem Lance 1959 bei Mercury zusammenarbeitete und er hat aus alter Freundschaft einen Song mit ihnen produziert. „Too Hot To Hold/There Ain’t Enough Time“ war jedenfalls die einzige Platte, die sie unter diesem Namen herausgebracht haben. Eins haben die Majorlettes aber geschafft: Ihre Version ist besser als das Original von Major Lance – und das will schon etwas heißen.
Wede
The Majorlettes – Too Hot To Hold
The Majorlettes – There Ain’t Enough Time
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2. November 2009
Die heutige 45er ist mal wieder etwas für Leute, die gerne unbekannte Schätze heben. Herausfinden ließ sich über die Scheibe nichts. Von Big Apple Boogie gibt’s anscheinend nur diese Platte. Die Band Sunburst ist offenbar auch nicht erneut in Aktion getreten. Roger Williams ist leider ein Name wie John Smith und macht die Suche nach Infos ebenfalls nicht einfacher. Feststeht, dass „Good For You, Good For Me“ ein abgefahrenes Stück ist. Der Track ist extrem geil arrangiert und bei jedem Anhören entdeckt man etwas Neues. Achtet beispielsweise darauf, was beim Gitarrensolo die Vocals im Hintergrund machen. Weil die 45er nicht besonders teuer ist, für mich ein echter Tipp.
Wede
Sunburst – Good For You, Good For Me
Sunburst – Might Be Wonderful
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25. Oktober 2009
Nachdem ich hier bereits Trudy Johnsons unbekannte, aber großartige Coverversion von Clint Ballard Jr.s „You’re No Good“ vorgestellt habe, möchte ich diesmal das Original des Songs präsentieren. Das hat nicht Betty Everett gesungen, wie viele glauben, sondern Dee Dee Warwick (25.9.1945 – 18.10.2008). Sie nahm den Song 1963 ein paar Monate früher für Jubilee auf. Und auch wenn Everett und später Linda Ronstadt (Nr. 1/Würg) wesentlich erfolgreicher waren, ist Dee Dees Original unschlagbar. Da ist viel mehr Feuer drin, man kann die Wut auf den miesen Typen, auf den sie sich eingelassen hat, richtig hören. Die „Ahas“ der interessierten Mädchenrunde geben dem Song zusätzlich Drive. Und auch die Gitarre und die restliche Instrumentierung sind einfach knackiger. Kein Wunder, produziert wurde „You’re No Good“ von den genialen Jerry Leiber und Mike Stoller.
Dee Dee ist ein weiteres Mitglied der Warwick-Houston-Familie, die so viele himmlische Frauenstimmen hervorgebracht hat, dass man nur staunen kann. Dee Dee ist die jüngere Schwester von Dionne Warwick, mit der sie auch Ende der 50er im Gospel-Trio Gospelaires ihre Karriere begann. Die dritte im Bunde war ihre Tante Cissy Houston, die die Mutter von Whitney Houston.
Auch wenn Dee Dee nicht die Berühmteste ihrer Familie wurde, legte sie eine ganz passable Karriere als Solistin hin und hatte noch einige Hits in den Top 100. Einer davon ist „I’m Gonna Make You Love Me“, der aber ebenfalls als Cover von Diana Ross & the Supremes with The Temptations erfolgreicher war. Ihrer Schwester Dionne neidete sie übrigens nie den Erfolg. Im Gegenteil: Sie arbeitete bis zu ihrem Tod als Background-Sängerin für sie.
Leider ist Whitney Houston nicht die erste in der Familie, die ein heftiges Drogenproblem hat. Auch Dee Dee war abhängig und ruinierte ihre Gesundheit, weshalb sie nur 63 Jahre alt wurde.
Wede
Dee Dee Warwick – You’re No Good
Dee Dee Warwick – Don’t Call Me Any More
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18. Oktober 2009
Die Platte, die ich diesmal vorstelle, würde ich ohne meinen Freund Steven Inch gar nicht kennen. Der ist aber Mitglied im Soulkombinat und hat sich die Scheibe mit dem Passt-wie-die-Faust-aufs-Auge-Namen natürlich sofort geschnappt als er die Gelegenheit dazu hatte. So eine Gelegenheit hat man nicht oft, denn „Soul Combination/You Don’t Have To Show me“ ist eine sehr rare 45er. Viel ist über das umwerfend gute Stück nicht bekannt. Steven Inch hat sie auch schon mal präsentiert, konnte aber auch nicht mehr herausfinden als ich.
Höchstwahrscheinlich ist die Platte die einzige, die die New Yorker Band Soul Combination jemals herausgebacht hat. Das Label Involved wurde vermutlich extra dafür ins Leben gerufen, denn im Netz konnte ich keine weitere Involved-Veröffentlichung finden. Das Triangle Studio in der Bronx, wo die Scheibe aufgenommen wurde, existiert noch. Das war’s.
Laut Steven Inch haben die Platte nur er, Mr. Finewine, Ian Wright , Tim Brown – und ich. Eine weitere Kopie muss aber im Umlauf sein, denn kürzlich wurde eine Soul Combination (in wohl mäßigem Zustand) bei Ebay verkauft.
Wer sich nicht auf sein Glück verlassen möchte, dass einer von uns die Scheibe jemals wieder abgibt, kann sich den Sampler The Sound Of Funk Volume Five aus dem Jahr 1994 besorgen. Neben „Soul Combination“ sind auf der LP auch ein paar andere hörenswerte Nummern.
Wede
Soul Combination – Soul Combination
Soul Combination – You Don’t Have To Show Me
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11. Oktober 2009
Ich habe sehr lange versucht, irgendetwas über Eunice & Eddie herauszufinden. Aber außer einer schrägen asiatischen Foto-Love-Story habe ich nur festgestellt, dass die Scheibe ziemlich selten ist, Craig Moerer dafür eine ordentliche Stange Geld sehen will und zumindest „Daddy Please Come Home“ auch als 78er auf Stardust erschienen ist.
„Tell Me To My Face/Daddy Please Come Home“ ist jedenfalls eine besondere R&B-Perle in meinem Plattenkoffer, bei der ich hin- und hergerissen bin, welche Seite mir besser gefällt. Entscheidet selbst.
Wede
Eunice & Eddie – Tell Me To My Face
Eunice & Eddie – Daddy Please Come Home
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